nach einem ziemlich vollgepackten ersten und zweiten Tag bin ich heute extra
früher aufgestanden, um Euch mal einen ersten Bericht liefern zu können.
Also von vorn:
Gini hat mich und meinen 35kg Koffer zum Zug gebracht. Die Zugfahrt nach
Frankfurt ging relativ schnell vorüber, weil ich ein sehr netten (ca. 50-
jährigen) Sitznachbarn hatte. Als ich am Hauptbahnhof ankam, merkte ich zum
ersten Mal wie verdammt schwer dieser Koffer ist. Da ich natürlich zum
Fahrstuhl bis ganz ans andere des Bahnsteigs gemust hätte und meine Zeit
begrenzt war, entschied ich mich die Treppe zu nehmen. Ein junger Mann hat
beobachtet, wie ich mich mit dem fetten Koffer abgequält habe und mir dann
angeboten ihn hochzutragen. Ich habe vorgaschlagen, dass ich dann seinen
Koffer trage (der deutlich kleiner war), aber das wollte er nicht. Dann kam
er ganz schön ins pusten, weil er ihn so schwer nicht erwartet hatte. Aber
total nett (:
Am Flughafen war ich halbwegs auf Nachwirkungen des Streiks eingestellt,
aber keine Spur davon. Ging alles reibungslos. Nachdem wir pünktlich
losgeflogen sind, gab es gegen 23.30Uhr noch etwas zu futtern. Dann habe ich
ein Wenig geschlafen und wurde irgend wann gegen 4Uhr (in Äthiopien dann
6Uhr) unsanft von grellem Kabinenlicht geweckt und es gab Frühstück. 20
Minuten nach der Ankunft hatte ich bereits die Passkontrolle, mein Gepäck
und dessen Kontrolle. Doch weit und breit keine Gruppe von Weißen. Ich bin
dann aus dem Flughafengebäude raus und wurde etwas unruhig, als ich auch
dort niemanden sah. Ich hatte zwar eine Sim-Karte, aber kein Guthaben. Da
die deutsche Sim-Karte nicht funktionierte, wollte ich die äthiopische
aufladen, dafür hätte ich aber wieder ins Gebäude und durch die
Sicherheitskontrolle gemusst. Ein netter Herr hat mir wohl angesehen, das
ich etwas hilflos da rumstand und mir sein Handy gegeben. Später stellte
sich raus, dass Immelyn anrief, als ich die Sim-Karten getauscht habe. Der
Bus kam also und bei dem Versuch das 35kg-Monster auf den Bus zu hiefen, hat
sich Johannes (ein Student der Exkursionstruppe der TFH) den Finger
aufgeschnitten, weil von Ginis (Sorry Süße, klären wir daheim, ja?) Koffer
inzwischen zwei Rollen abgebrochen waren.
Wir sind dann gleich Richtung Ginchi gefahren und haben in einer 7km
Wanderung mit nicht zu unterschätzenden 300 Höhenmetern die Ergebnisse eines
Projektes zu Erosionsbekämpfung angesehen. Auf einen solchen Ausflug war ich
natürlich nicht vorbereitet. Aber ich wurde von allen Seiten gut versorgt.
Wenn es geklappt hat, müsstet ihr ein Photo von einem Gully sehen. Für die
Nicht-Geo-Leute: Durch wenig oder keine Vegetation ist der Boden einer
ständigen Erosion durch Wasser ausgesetzt und irgendwann gibt es nur noch
blanken Felsen, den man nicht landwirtschaftlich nutzen kann. Mit
den "Dämmen" versucht man den Boden aufzuhalten und die Gullies nach und
nach wieder zu bepflanzen. Nach einigen Stunden sind wir zurück zum Bus und
haben es leider nicht mehr geschafft eine Mineralwasserfabrik zu
besichtigen. Übernachtet haben wir in Ambo. Als ich im Bett lag, merkte ich
dann auch die Höhe. Addis Abeba (die Hauptstadt Äthiopiens) liegt etwa 2200
Metern hoch. Mein Kopf dröhnte, alles drehte sich und das übrige tat die
Sonne und meine sperrlich Kopfbedeckung tagsüber.
Am morgen hatten wir dann drei (von drei) kranken Männern, alle mit Magen-
Darm-Problemen. Dennoch sind wir wie geplant zu einer Rosenzuchtstation
gefahren. Ich glaube die war in Adis Alem, also wie auf dem Weg zurück nach
Addis. Die Rosen dort werden in die Niederlande exportiert. Ist für mich
unvorstellbar, dass sich das lohnt, aber muss es ja wohl. Die zweite Station
wo wir ebenfalls riesige Gewächshäuser und besichtigen sollten, mussten wir
ausfallen lassen, weil es Robert deutlich schlechter ging und sogar ein
Krankenhausbesuch in Erwägung gezogen wurde. Inzwischen geht es ihm wohl
besser. Ich bin dann mit Kebede einem langjährigen Freund/Bekannten von
Immelyn in den nächsten Ort gefahren, wo wir auf einen Fahrer gewartet
haben, der mich nach Addis ins Hotel gebracht hat. Dort warteten auch schon
Frau Ripke, Kristina und Nicole, die am Abend zuvor angekommen sind. Sie
waren etwas verwundert, dass ich nicht da war, als sie ankamen, aber das
Handynetz war ausserhalb von Addis so überlastet, dass ich keine Chance
hatte, mein Hotelzimmer abzusagen oder Bescheid zu geben, wo ich bin.
Hier wohnen wir jetzt im Itegue Taitu Hotel. Wasser gibt es inzwischen, aber
Frau Ripkes und meine Klospülung geht trotzdem nicht. Und ich habe auch
keinen Schrank. Jetzt gibt es gleich Frühstück und dann treffen wir Herrn
Meissner, der gestern anreiste. Ich werde schnell versuchen noch warmes
Wasser zu bekommen (falls es überhaupt welches gibt). Bis demnächst, Nicole
Montag, 17. März 2008
Erste E-Mail - kennen die meisten ja schon
Guten Morgen,
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